Mittwoch, 17. Juli
Beginn 20 Uhr
Eintritt siehe www.programmkinos-mainz.de
Palatin, Hintere Bleiche 6–8
Mainz

Im politisch aufgeladenen Jahr 1968 hatte es Beate Klarsfeld geschafft, sich in den CDU-Parteitag hineinzuschmuggeln, um dort den damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger öffentlich mit den Worten »Nazi, Nazi!« zu beschimpfen und zu ohrfeigen. »Das war natürlich eine symbolische Tat. Ein Symbol für die Haltung der jungen Generation gegenüber der Nazigeneration«, so Klarsfeld. Sie wurde noch am gleichen Tag zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt.

Klarsfeld ist nicht nur als »die Frau mit der Ohrfeige« bekannt, sondern auch als »die Nazi-Jägerin«. Hoch geachtet im Ausland für ihre Verdienste um die Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, blieb sie in Deutschland eine umstrittene Figur. Der Kinodokumentarfilm »Berlin – Paris« beleuchtet die Bedeutung dieser Tat und deren Hintergründe und schildert die Jagd von Beate und Serge Klarsfeld nach Naziverbrechern wie Klaus Barbie, der Aufgrund ihrer Recherchen 1983 von Bolivien, wo er unter dem falschen Namen Klaus Altmann lebte, an Frankreich ausgeliefert werden konnte. Barbie wurde 1987 wegen Verbrechen gegen die Menschheit zu lebenslanger Haft verurteilt.